Förderverein der Seebadeanstalt Heikendorf

Geschichte Vom Badekarren zum Strankorb

Im Gegensatz zum Bauerndorf Heikendorf lebten in Möltenort ausschließlich Menschen, die mit und vom Wasser lebten: Fischer, Schiffer, Bootsbauer. In die Idylle von Küstenschifffahrt mit Schonern, Seglern und Galeassen, vor allem aber der Fischerei - jedenfalls erschien es dem Besuchern so - zog es die Badegäste. Am Sandstrand erschienen nach dem ersten Weltkrieg anstelle der Badekarren - vom "Hotel Möltenort" als erste eingeführt - die ersten Liegestühle (die zunächst immer mit zum Strand gebracht werden mussten) und Strandkörbe; gebadet wurde vom Strand aus beziehungsweise von der 1904 errichteten Badeanstalt aus, die 1945 von Sturm und Hochwasser zerstört und nicht wieder aufgebaut worden ist.

An der neuangelegten und gepflegten Strandpromenade entstanden kurz nach der Jahrhundertwende die Hotels "Möltenort" und "Seeblick". Beide Häuder wurden im letzten Bomben-Krieg schwer beschädigt und mussten dann abgerissen werden.
Dafür aber erhielt sich das heitere Badeleben bis auf den heutigen Tag, wie es sich seit 1900, speziell nach 1918, entwickelte. Spaziergänge entlang der Promenade führten zwar nicht wie einst zu den Baterien Möltenort, dem Depot Korügen und de n Befestigungungsanlagen an der Förde - sie wurden sämtlich geschleift, als Kiel seine Eigenschaft als Reichskriegshafen verlor -, dafür aber genoß man den Strand, das Baden im klaren Wasser der Förde und vor allem den Blick auf die Holtenauer Schleusen und den interessanten, internationalen Schiffverkehr.

Immer wieder lockten Schiffe und maritimes Flair die Sommergäste an, nicht zuletzt aber auch Kieler Bürger, die per Schiff oder Rad über die reizvolle-kurvenreiche Chaussee nach Heikendorf/Möltenort kamen. Der Verschönerungsverein, 1927 bereits als Verkehrsausschuß ausgewiesen, erreichte den Bau einer zweiten Badeanstalt am Altheikendorfer Ufer, die zu einer der meistbesuchten an der Förde zählte.

Vielen Dank Frau Ursula Springer "Vom Badekarren zum Strandkorb, 100 Jahre Seebad Heikendorf" aus dem Buch "Heikendorf - Chronik einer Gemeinde an der Kieler Förde und städtisch zugleich" erschienen im Christians Verlag (1983).